Auch wenn wir es nicht mehr hören und lesen können, Corona hält uns weiterhin in Atem. Die erneut geringe Resonanz auf die Einladung zum Verbandstag gibt uns zu denken. Dabei wollen wir nach einem bescheidenen Teilnehmerkreis bei Video-Sprechstunden doch die neue Freiheit (ohne Masken usw.) zum persönlichen Gespräch nutzen.

Immerhin waren 23 Stimmberechtigte anwesend; einige Vertreter*innen nur zeitweise, da sie vom Turnboden direkt zur Versammlung kamen. Diese stimmten durch ihr Engagement den Vorstand dann doch wieder versöhnlich, denn unter TOP Verschiedenes machten sie ihrem Unmut über viele Beschwernisse Luft. Doch der Reihe nach.   

Jörg Borning gedachte der verstorbenen Turnschwestern und Turnbrüder, mit einem sehr persönlichen Nachruf auf Andi Roy, KTB 1893, der mit 59 Jahren viel zu früh von uns ging und im TVB Köln für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war sowie dem Fachausschuss GTw angehörte.

Danach wurde eine Ehrung nachgeholt, die Anne Küpper galt.  Wegen ihrer Verdienste um den Korfball-Sport und ihr langjähriges Ehrenamt im TuS Schildgen, wurde ihr die Ehrennadel des TVbK in GOLD verliehen. Zuletzt erlebten wir sie als Organisatorin der vom TUS Schildgen ausgetragenen DM der Korfball-Jugend.

Eine besondere herzliche Gratulation richteten Peter Schiffmann und Klaus Hoffmann an Juliane Veit. Erst vor wenigen Wochen wurde sie Deutsche Meisterin in der SenDM im GTw ihrer Altersklasse. Ein Riesenerfolg, den die für den TUS Köln-Ehrenfeld startende Turnerin auf diesem Bundeswettbewerb erzielen

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konnte. Als  Sportwissenschaftlerin managt sie als Teilzeitkraft auch den Qualifizierungsbereich im TVB Köln.

Den parlamentarischen Teil, mit den Berichten zu der Arbeit des Vorstandes im letzten Jahr und dem Haushalt 2021, konnte der Verbandsvorsitzende schnell abwickeln. Da der Vorsitzende Finanzen, Josef Hemrich, leider erkrankt ist, standen Thomas Montañés und der Kassenprüfer, Dr. Bernd Pugell, für Auskünfte zur Verfügung. Auch wenn das Jahr 2021 mit einem Minus (Unterdeckung „KKSF mal anders“) abschloss, konnte für 2022 wieder ein ausgeglichener Haushaltsplan genehmigt werden.

Wohin uns die finanziellen Auswirkungen von Corona und steigende Inflation noch führen werden, kann zurzeit nur geschätzt werden. Die Vereine sind verunsichert, wir stochern im Dunkeln und der RTB diskutiert bereits über Beitragserhöhung ab 2024. Zum RTB konnten dann Peter Schiffmann, Klaus Hoffmann und Horst Maas, die den TVB Köln dort in den Organen vertreten, einiges berichten. Über den INFO-Bricht halten wir die Vereine zwar auf dem Laufenden, doch Facebook ist in der Regel schneller. Ein Loch im obersten Entscheidungszirkel verkündete so bereits wieder einen Rücktritt. Udo Schade, der als Geschäftsführer bis 30. September 2022 bestellt war, gab diesen Auftrag zurück.  

Die nicht endenden Turbulenzen im RTB beschrieb Horst Maas, da die Fluktuation im Präsidium und in der RTB-Geschäftsstelle die Leistungsfähigkeit des Verbandes stark gefährdet und auch die Arbeit des TVB Köln-Vorstandes seit Jahren erheblich belastet.  Vor diesem Hintergrund nahmen die Vereinsvertreter*innen die anstehenden Beschlussvorlagen zu Kreditaufnahmen für die Sanierung der LTS, dringend erforderliche Gehaltserhöhungen für die MA*innen, Etat-Erhöhungen für die ehrenamtliche Arbeit der Fachbereiche sowie einer ab 2024 geplanten Beitragserhöhung, mit unterschiedlichen Reaktionen zur Kenntnis. Da über alles noch vorab im RTB- Verbandsrat am 4. Juni diskutiert und entscheiden wird, nimmt Peter Schiffmann diese und die Anregungen des TVBK-Vorstandes mit zum RTB.   

Unter TOP Verschiedenes folgte eine ausgiebige Diskussion zu folgenden Punkten, die der Vorstand noch gesondert aufgreifen wird.

  1. Kampf um die Hallenzeiten zwischen Schule und Verein, besonders unter dem Vorzeichen der gesetzlichen Einführung der Ganztagsschulen (bisher nur OGTS) bundesweit.
  2. Mangelhafte Grundlagenausbildung im Sport (plus ausfallende Sportstunden). Mangelnde Qualifikation der eingesetzten Lehrkräfte (vor allem in der OGTS), nicht umgesetzte Inhalte der Lehrpläne, vor allem für die Primarstufen.
    schulsport-nrw.de/fileadmin/user_upload/ps_lp_sp_einzeldatei_2021_08_02.pdf
    - Spielen in und mit Regelstrukturen – Sportspiele sind die leider überwiegenden Angebote.
  3. Durch Corona fehlen dem Sport bereits ca. 2 Jahre qualifizierte Nachwuchsförderung
  4. Noch immer sind Hallen nicht saniert und die Fertigstellung von Neubauten verzögern sich massiv.
  5. Kostenlose Sportangebote „Kölle Aktiv“ udgl. sind beim Bürger beliebt, jedoch im Verein nicht dauerhaft finanzierbar.
  6. Schulsportgeräte werden ohne vorherige Rücksprache mit den nutzenden Vereinen entsorgt.
    Dabei so wichtige Gerätschaften, wie der Lüneburger Stegel (Grundlagengerät zur Bewegungserziehung sowie zur Vermittlung motorischer und sozialer Kompetenz), leichte Bodenmatten, kleine Kästen usw..
  7. Der Sicherheitscheck der eingesetzten Fremdfirmen treibt nicht nur in Kölner Gebiet zu nicht nachvollziehbaren Entscheidungen. Z. B. intakte Kletterleiter abgeflext, leichte Sicherungsmatte und weitere Turnfachgeräte entsorgt (gehörten dem Verein), Rote Bänder oder Entsorgungshinweise an Geräten, die nach erneuter Sichtung durch eine andere Fachfirma für in Ordnung befunden wurden. Usw.

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Die Vereine erwarten hier mehr Koordination und Hilfe/Unterstützung durch den TVB Köln, die bei Politik und Verwaltung wach rütteln sollen. Der Vorstand wird hierzu noch gesondert Stellung nehmen.

Als Vorsitzender des Rechts- und Ehrenrates, bat Jörg Borning die Vereinsvertreter, verstärkt die verdienten Vereinsmitglieder für eine Ehrung durch den Turnverband Köln vorzuschlagen.

Nach gut 2,5 Stunden beendete Peter Schiffmann die Versammlung mit einem Dank an die Teilnehmer, insbesondere für die offene Diskussion zu den Sorgen und Nöten der Vereine.

 

Bericht zum Runterladen:

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