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* 14. September 1921 in Speyer   
† 4. Oktober 2004 in Pulheim-Brauweiler


 

Diplom Sportlehrer, ehemals Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln

Vorsitzender des Turngau Köln von 1976 - 1991

Ehrenmitglied des Rheinischen Turnerbundes

Ehrenmitglied des Turngau Köln

Streiflichter aus dem Leben eines Olympiasiegers 


Aufgezeichnet von Helmut Limbeck

Der Wahlkölner Helmut Bantz wurde bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne Olympiasieger im Pferdsprung. Damals feierte man den "Goldjungen" nach seiner Heimkehr mit einem Fackelzug im Kölner Stadtgarten. Bei einem Sonderempfang im Rathaus überreichte ihm der damalige Oberbürgermeister der Stadt Köln, Theo Burauen, eine bei Ausgrabungen gefundene römische Silbermünze. Sein olympisches Gold hat er allerdings nicht versilbern können.

Logisch, Helmut Bantz beklagt auch heute noch die Kommerzialisierung des Sports. In vielen Dokumentationen ist nachzulesen, wie er und seine "Freunde Adalbert Dickhut und Hardy Frenger", als Studenten an der Deutschen Sporthochschule Köln ihr Leben ohne Sponsoren gestaltet und trotzdem gemeistert haben. In einem Interview wurde Helmut Bantz einmal gefragt, ob die Erfolge seiner sportlichen Karriere gleichbedeutend mit sozialem Aufstieg oder finanziellen Zuwendungen waren? Die für die heutige Zeit beachtenswerte Antwort war: Finanzielle Zuwendungen? Nein, niemals! Von öffentlichen Geldern, beispielsweise der Sporthilfe, konnte ich nie profitieren. Spenden gab es kaum, aber einigen Persönlichkeiten der Stadt Köln habe ich vieles zu verdanken.

Er wurde 1954 in Rom zweifacher Vizeweltmeister am Reck und im Pferdsprung. Hinzu kommen zahlreiche Medaillen bei Europameisterschaften und nationalen Meisterschaften. Als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft war er bei vielen Länderkampfeinsätzen erfolgreich.

Auf den Vergleich mit den heutigen Spitzenleistungen des Kunstturnens angesprochen, kam von Helmut Bantz die spontane und für ihn typische Antwort: "Man kann die sportlichen Höchstleistungen von einst und heute nicht miteinander vergleichen. Mit solchen Schwierigkeiten hätten wir uns zu meiner Zeit das Genick gebrochen".

Sportliche Erfolge:


  • bantz_hecht.jpg1942 - 1959: 21facher Deutscher Meister
  • 1952: Olympische Spiele Helsinki: Reck 7. Platz, Zwölfkampf 9. Platz
  • 1954: 6. Weltmeisterschaften in Rom: Silbermedaille im Pferdsprung und am Reck, Bronzemedaille am Barren
  • 1956: Südafrikanischer Meister
    Olympische Spiele Melbourne: Goldmedaille im Pferdsprung,
    Plazierung im Zwölfkampf und Reck
    Europameisterschaften: Goldmedaille am Barren,
    Silbermedaille an den Ringen
  • Insgesamt 19 Länderkampfeinsätze für Deutschland

 

 

„Er flog wie ein Adler . . . ”
Goldmedaille für diesen Hecht

Wer Helmut Bantz näher kannte, wird wissen, dass er als Spitzensportler und Ehrenamtler nie ein "folgsamer" Anpasser war. Im "Kölner Stadtanzeiger", Ausgabe 3./4. August 1996, ist zu lesen:

"Turner auf zum Streite" - diese historischen Worte des Turnvaters Jahn nahm Helmut Bantz wörtlich, auch in seiner späteren Rolle als Funktionär. Immerhin führte er fünfzehn Jahre lang den Turngau Köln als Vorsitzender und arbeitete zeitgleich im Vorstand des Rheinischen Turnerbundes.

Diese Haltung wurde besonders deutlich, als der von ihm 1966 gegründete Verein, Turnabteilung der Universität Köln, deren Vorsitzender er war, aus kommerziellen Gründen einen für ihn undenkbaren Namen tragen sollte. Helmut Bantz zog daraus seine Konsequenzen und legte sein Amt als Vorsitzender nieder.


bantz_treppchen.jpgEhrungen:   

  • 1954    Silbernes Lorbeerblatt
  • 1956    Silbernes Lorbeerblatt
  • 1957    Ehrenbrief des Deutschen Turner-Bundes
  • 1971    Walter-Kolb-Plakette
  • 1982    Bundesverdienstkreuz
  • 1985    Dr. Willi Schwarz-Plakette
  • 1992    Ehrenmitglied des Rheinischen Turnerbund
  • 1994    Ehrenmitglied des Turngau Köln
  • 1998    Georg von Opel Preis

Der "Georg von Opel Preis" wurde im Jahre 1998 zum dritten Mal ausgelobt und wird an die "Stillen Sieger" vergeben. Helmut Bantz gehörte zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Kunstturnern und wurde deshalb mit der Auszeichnung in der Kategorie der "unvergessenen Sieger" geehrt.

Die vermeintlich zweigeteilte Seele des Helmut Bantz ehrte ihn aber ganz besonders. In der Sache hart und oftmals unnachgiebig, das war die "eine" Seite. Bescheiden, das war die "andere" Seite. Wer vor 40 Jahre reiner Amateur war, ist geprägt von den oftmals unter erschwerten Trainingsbedingungen erreichten Erfolgen. Da ist es sehr verständlich, wenn er die ausufernde Kommerzialisierung des Sports in der heutigen Zeit negativ beurteilte. Im Privatleben blieb ihm leider nichts erspart! Die körperliche Behinderung, die ihn seit 1994 in seiner Beweglichkeit stark einschränkte, war für ihn aber kein Grund, zu resignieren. Helmut Bantz verstarb am 4. Oktober 2004 in Pulheim-Brauweiler. 2008 wurde er posthum in die Ruhmeshalle des deutschen Sports aufgenommen.

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